Latex – Wege zur Selbsterkenntnis
Warum gibt es eigentlich noch keine Kirche, die sich der Verehrung unseres Lieblingsmaterials verschrieben hat? Die einfachste Antwort darauf lautet: Weil ich sie noch nicht gegründet habe. Aber warum eigentlich nicht? Wer soll zum Beispiel der Gott des Latex sein? Welche Gebote sollen die Anhänger dieser Kirche befolgen und welche Sakramente hat sie zu bieten? Arbeiten wir diese kurze Liste einmal ab.
Was soll innerhalb einer latexzentrierten Religion die Gottesfunktion einnehmen? Du... Ich... Wir. Die uns bekannten patriarchalen Gesellschaften, Ideologien und Religionen haben ihr Bestes getan, um junge Individuen frühzeitig, sowie äußerst nachhaltig in ihrer Selbstwerdung zu unterdrücken. Das funktioniert zum Beispiel sehr effektiv über die Etablierung von Scham- und Schuldgefühlen im menschlichen Geist sowie im kollektiven Bewusstsein. Wer dazu erzogen wurde, für die Erlösung seiner Seele zu einer nicht wahrnehmbaren Entität beten oder dem ideologisch konstruierten Symbol eines Anführers anhängen zu müssen, verliert den Fokus auf die eigentliche Selbsterfahrung und Selbstreflexion. Im Vergleich zu klassischen Religionen benötigen wir keine Götter, erst recht keine, die einer vagen Vorstellung von Dualität zugeordnet werden. Was wir spirituell in unseren Alltag einbauen, ähnelt vielmehr einer schamanischen Praxis zur Erkundung des eigenen Selbst und der uns umgebenden Welt.
Das Sakrament
Schon seit jeher teilen Menschen eine Faszination für glänzende Materialien wie Edelmetalle, seltene Mineralien oder feine, fließende Stoffe. Doch keines dieser Dinge vermag das Mysterium einer einzigartigen Sinneserfahrung für Körper und Geist zu vermitteln: den optischen Reiz eines in Latex gehüllten Gegenübers und die Transformation von nackter Haut hin zu einem spirituellen Neuerleben der eigenen Körperlichkeit. In Latex gehüllt verschmilzt unsere Selbstwahrnehmung mit einem Material, das unsere Sinne über bisher bekannte Wirklichkeiten hinaushebt und uns gleichzeitig die Tiefen unserer Seelenlandschaft erkunden lässt.
Die Latex Gebote
Wer einmal von dem betörenden Duft und der wohligen Anschmiegsamkeit von Latex verzaubert wurde, hat ein neues Reich der Sinnlichkeit betreten. Um diesen Zustand immer wieder zu erleben, müssen einige Rituale mit achtsamer Hingabe vollzogen werden, denn Latex verlangt nach richtiger Pflege. Ein entsprechender Vorrat an Silikonöl als Anziehhilfe und Pflegemittel ist unverzichtbar. Nach der Benutzung wird das Material umgehend per Hand mit geruchsneutralem Spülmittel gewaschen und anschließend geölt oder gepudert. Das Trocknen und Aufbewahren erfolgt hängend auf Plastikbügeln an einem dunklen, trockenen und nicht zu kalt temperierten Ort, niemals zusammengelegt im Wäschefach. An Stellen die lange geknickt gelagert werden wird Latex brüchig. Zu beachten ist die Unverträglichkeit von Latex mit diversen Metallen, Lacken, Kunststoffen und Farben. Auch Tabakrauch schadet der Oberfläche nachhaltig.
Meine Zeremonien
Es gibt viele schöne Farbvariationen in denen Latex verarbeitet werden kann, doch meine Vorliebe wird für immer der Transzendenz von schwarzem Latex gehören. Wie ein Spiegel aus Obsidian dient es mir als Begleiter auf den Wegen der inneren Alchemie und öffnet das Tor in eine andere Welt. Im Zusammenspiel mit Silikonöl hüllt es meinen fürsorglich gepflegten Körper in Materie gewobene Dunkelheit, um das tief im menschlichen Wesen verborgene Licht zum Vorschein zu bringen.
Wie eine warme Umarmung und gleichzeitig wie eine Rüstung legt sich das Latex um mich. Es schenkt mir Geborgenheit und die Stärke, als Priesterin dieses dunklen Reichs zu wirken, ob im Verborgenen oder bei der Initiation mystischer Rituale mit meinen Gespielinnen. Die Schönheit dieser Rituale ist ein Zusammenspiel aus Forschungsdrang, ungezügelter Lust, betörender Spannung und dem Durchbrechen patriarchaler Normen, die den menschlichen Geist an der eigenen Weiterentwicklung hindern.
Aus langjähriger Erfahrung im Umgang mit Latex als transformativem Medium lade ich dich herzlich dazu ein, mich auf diese neue Ebene unserer weltlichen Realität zu begleiten. Wenn du noch mehr über meinen Umgang mit unserem Lieblingsmaterial erfahren möchtest, empfehle ich dir einen Blick auf mein FAQ unter diesem Artikel oder direkt einen Besuch im LUX.